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VERSORGUNG in RLP - Selbsthilfe Psychiatrie Rheinland-Pfalz e.V.

Galerie von SHPE RLP mit Motiven und Themen aus der Selbsthilfe: Recovery, Gelassenheit,  sowie Landschaften mit Achtsamkeitsmotiven.
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VERSORGUNG in RLP

RECHT & POLITIK > STELLUNGNAHMEN > VERSORGUNG
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Position der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener RLP e.V. zur psychiatrischen Versorgung in Rheinland-Pfalz
Zur Lage der Selbsthilfebewegung und dem Aufruf „Nichts über uns ohne uns“ – Selbstbestimmt leben
Rheinland-Pfalz kann auf eine lange und engagierte Selbsthilfebewegung im Bereich der Psychiatrie-Erfahrenen zurückblicken. Doch im Laufe der Jahre hat sich diese Bewegung zunehmend dem professionellen Unterstützersystem angenähert. Das Ergebnis ist oft ein trügerischer Eindruck, dass die Probleme der Psychiatrie-Erfahrenen leicht zu lösen seien – dass man einfach wandern, gemeinsam kochen und gelegentlich Lesungen von Psychiatrie-Erfahrenen besuchen müsse, um die Welt dieser Menschen in Ordnung zu bringen. In Wirklichkeit jedoch ist diese Welt tiefgreifend beschädigt und für viele von uns irreparabel.
Wer professionelle Hilfe sucht, sieht sich häufig mit langen Wartezeiten konfrontiert. Wenn schließlich Unterstützung verfügbar ist, hält sie oft nicht das Versprechen, das sie gemacht hat. Zu oft verschlechtert sich die Situation weiter, und diese Verschlechterung wird dann als „fehlende Compliance“ – als persönliches Versagen des Patienten – in den Akten festgehalten und bleibt dort für immer vermerkt.
Es genügt nicht, auf knapp 30 Jahre Engagement zurückzublicken, sich auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen und sich von jenen feiern zu lassen, an die man die Selbsthilfe nach und nach verkauft hat. Wir erleben aktuell nicht nur wiederkehrenden Stillstand – das wäre in der heutigen Welt mit all ihren Krisen bereits schwer genug. Nein, wir erleben einen schleichenden Rückzug. Die Stigmatisierung und die Ausgrenzung von Psychiatrie-Erfahrenen in allen Bereichen der sozialen Teilhabe nehmen zu.
In unserem Verein, der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener Rheinland-Pfalz, sehen wir täglich die Folgen dieser Realität. Unzählige Anrufe belegen, wie tief die Probleme wirklich sitzen und dass sie mit oberflächlichen Maßnahmen nicht zu lösen sind. Doch anstatt diese Missstände offen anzusprechen, wird der Mantel des Schweigens darüber gelegt. Sogar die EX-IN-Bewegung, die einst als leuchtender Hoffnungsschimmer galt, ist inzwischen oft dem Zwang zum Konsens und zu angepasstem Verhalten erlegen, anstatt die notwendigen kritischen Stimmen zuzulassen und echte Veränderungen zu wagen.
Ja, es gibt die Ausnahmen – empathische Pflegekräfte und Ärzte, die mit Herz und Engagement für die Belange der Betroffenen kämpfen. Aber diese Einzelkämpfer sind selten. Sie schwimmen gegen den Strom eines Systems, das von denen dominiert wird, die den Betrieb finanziell und personell aufrechterhalten müssen. In diesen starren Strukturen bleibt wenig Raum für Innovation oder Veränderung. Doch genau diese Veränderung ist dringend nötig, wenn die psychiatrische Versorgung in Rheinland-Pfalz tatsächlich verbessert werden soll.
Es ist Zeit, offen und ehrlich zu reden – und die Realität nicht länger unter den Teppich zu kehren. Das wurde schon vor Jahren gesagt, als man versprach, die Selbsthilfe zu stärken. Doch die Selbsthilfe hat diese Chance nicht genutzt. Sie hat sich in den letzten 30 Jahren selbst geschwächt. Es reicht nicht, den Betroffenen einmal im Jahr einen Grillabend in einer Jugendherberge zu bieten, um ihre Unzufriedenheit mit den Angeboten, ihrem Leben und der schwachen Selbsthilfestrukturen zu übertünchen.
Diese anhaltende Vernachlässigung der echten Bedürfnisse der Betroffenen wird auch politische Konsequenzen haben. Menschen, die das Gefühl haben, keine andere Wahl zu haben, könnten sich aus Protest für die falschen „Retter“ entscheiden – diejenigen, die am Ende nur ihre Unterdrücker sein werden.
Es ist höchste Zeit für einen echten Wandel.
Psychiatriepolitik und Versorgungsstrategien des LandesBild mit einer Statistik und 4 Menschen im Vordergrund
Relevanz des Themas
Rheinland-Pfalz verzeichnet einen besorgniserregenden Anstieg psychiatrischer Diagnosen, insbesondere bei Depressionen und Belastungsstörungen. Laut dem DAK-Psychreport 2024 ist die Anzahl der durch psychische Erkrankungen verursachten Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) erneut gestiegen. Besonders stark betroffen sind Arbeitnehmer in der Altenpflege und in Kitas. Depressionen und Anpassungsstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen. Diese Entwicklung wird auf den zunehmenden Druck und den Personalmangel in diesen Sektoren zurückgeführt. Betriebliche Gesundheitsmanagement-Programme sollen helfen, die Belastbarkeit der Mitarbeiter zu erhöhen und Krankheitsausfälle zu reduzieren.
Auch in Rheinland-Pfalz zeigt sich, dass die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen einen neuen Höchststand erreicht haben. Im Vergleich zu vor zehn Jahren sind die Fehlzeiten um 48 % gestiegen, insbesondere auch hier im Gesundheitswesen, das deutlich über dem Durchschnitt liegt. Depressionen und Anpassungsstörungen sind die häufigsten Ursachen, wobei jüngere Beschäftigte besonders betroffen sind​.
Herausforderungen
Die überdurchschnittlichen Fehlzeiten und der hohe Anteil psychischer Erkrankungen an den Arbeitsunfähigkeitstagen deuten auf einen weiterhin bestehenden Handlungsbedarf hin.
Gesetzliche Rahmenbedingungen
Rheinland-Pfalz hat ein eigenes Landesgesetz über Hilfen bei psychischen Erkrankungen (PsychKHG), das spezifische Regelungen für die Versorgung psychisch erkrankter Menschen vorsieht.
Psychiatriepolitik des Landes
Die Landespolitik legt besonderen Wert auf Personenzentrierung, Qualitätssicherung und sektorenübergreifende Versorgung. Der Fokus liegt auf wohnortnahen, lebensfeldorientierten Hilfen.
Übergreifende Initiativen
Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) engagiert sich für die Förderung der psychischen Gesundheit. Sie vereint über 80 Mitgliedsorganisationen aus verschiedenen Bereichen.
Versorgungsansatz
Rheinland-Pfalz verfolgt einen gemeindepsychiatrischen Ansatz mit dem Leitsatz "ambulant vor teilstationär vor stationär", um eine möglichst patientennahe Versorgung zu gewährleisten.
Spezifische Initiativen
Es gibt einen Runden Tisch zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Long-COVID, der auch für die psychische Gesundheitsversorgung relevant sein könnte.
Qualitätssicherung
Die Qualität der psychischen Gesundheitsversorgung wird durch verschiedene Maßnahmen sichergestellt:

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