Direkt zum Seiteninhalt

PSYCHIATRIE & RADIKALITÄT - Selbsthilfe Psychiatrie Rheinland-Pfalz e.V.

Galerie von SHPE RLP mit Motiven und Themen aus der Selbsthilfe: Recovery, Gelassenheit,  sowie Landschaften mit Achtsamkeitsmotiven.
Unser offizielles Logo der Selbsthilfe Psychiatrie - Erfahrener RLP
Title
Menü überspringen
Logo LAG PE in RLP
Logo des Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrene in RLP
Menü überspringen
Logo des Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrene in RLP
Logo LAG PE in RLP
Menü überspringen

PSYCHIATRIE & RADIKALITÄT

RECHT & POLITIK > STELLUNGNAHMEN > ANTISTIGMA
Menü überspringen
🧠 Zwischen Wirklichkeit und Wahrheit:
Psychose, Radikalität und der Druck zur politischen Korrektheit
Symbolgrafik zum Artikel „Psychiatrie und Radikalität“: Ein schwarzer Kopf mit rotem Blitz trifft auf eine erhobene Faust in Flammen. Dazwischen der Titel: „Psychiatrie und Radikalität – Darf man in der Krise noch unbequem sein?“
Wer einmal in einer Psychose war, kennt das: Gedanken sprengen Grenzen, Bedeutungen verschieben sich, das eigene Erleben wird radikal – im wörtlichen Sinne: Es geht an die Wurzel. Und genau da beginnt der gesellschaftliche Konflikt.
Denn unsere Welt liebt das Maßvolle, das Normierte, das Berechenbare. Psychosen hingegen sind oft das Gegenteil: wild, schöpferisch, beängstigend, unbequem. Sie stellen infrage, was als „normal“ gilt – und eben auch: was als „politisch korrekt“ durchgeht.
Im psychiatrischen System und in politischen Diskursen über „Vernunft“, „Gefährlichkeit“ oder „Normalität“ prallen Welten aufeinander. Die eine Seite spricht von Diagnosen, Behandlungsnotwendigkeit und Fürsorge – die andere von Zwang, Machtstrukturen und Entmündigung. Doch wer bestimmt, was wahr ist? Und wer setzt durch, was als Wirklichkeit gilt?
🪞 Zwischen Wahrheit und Wirklichkeit
liegt ein Raum, in dem Erfahrungen psychischer Krisen schnell zu Objekten fremder Deutung werden. Wer leidet, wird oft nicht gehört – sondern bewertet. Und wer sich politisch radikal äußert, läuft Gefahr, pathologisiert zu werden, statt als Stimme gesellschaftlicher Kritik wahrgenommen zu werden.
Es geht nicht um einfache Antworten, sondern um die Ambivalenzen, die entstehen, wenn psychiatrische Logiken auf politische Überzeugungen treffen – und wenn der Anspruch auf Wahrheit durch institutionelle Wirklichkeitsdefinitionen verdrängt wird. Es geht um Deutungshoheit, um Selbstbestimmung – und um die Frage, ob es möglich ist, eine Wirklichkeit zu schaffen, in der abweichende Wahrheiten ihren Platz haben.
🎭 Zwischen Zensur und Selbstschutz
In Diskussionen um psychische Erkrankungen und politische Debatten fällt immer wieder auf: Wer als „ver-rückt“ gilt, darf vieles nicht mehr sagen – oder man hört ihm einfach nicht mehr zu. Dabei können gerade Menschen mit Krisenerfahrung radikale, aber wichtige Perspektiven einbringen: auf Macht, auf Medizin, auf Gerechtigkeit.
Natürlich gibt es auch Worte, die verletzen. Auch im psychotischen Zustand können Aussagen fallen, die rassistisch, sexistisch oder verschwörungsgläubig wirken. Doch wie gehen wir damit um? Verurteilen? Weghören? Oder wagen wir einen trialogischen Dialog – der auch das Unbequeme nicht gleich zensiert, sondern fragt: Was steckt dahinter?
💥 Radikalität als Notruf?
Vielleicht ist die psychotische Radikalität oft ein Notruf: gegen Entfremdung, gegen erlebte Gewalt, gegen den Verlust innerer Kontrolle. Wer nicht mehr gehört wird, schreit lauter. Wer zu lange angepasst war, wird plötzlich „zu viel“. Wer ständig kontrolliert wurde, sucht die absolute Freiheit – koste es, was es wolle.
Das macht Angst. Aber vielleicht ist es auch ein Spiegel. Einer, in den wir als Gesellschaft zu selten schauen.
‼️ Doch eines ist uns wichtig:
Unser Nachdenken über radikales Denken in Krisen rechtfertigt niemals körperliche Gewalt.
Wenn es zu Angriffen kommt, sind alle vorher möglichen Hilfen und deeskalierenden Strategien bereits gescheitert.
Genau an diesem Punkt müssen Gesellschaft und Hilfesystem sich fragen lassen: Wo wurde nicht hingehört? Wo wurde nicht unterstützt?
🕊 Unser Standpunkt:
Wir glauben: Radikalität in seelischen Krisen ist kein Defizit, sondern ein Ausdruck von Konflikt – ein innerer Aufstand gegen äußere oder innere Zwänge. Sie braucht nicht Unterdrückung, sondern Verständnis. Und sie braucht Räume, in denen auch das „Unangemessene“ gesagt werden darf – ohne sofort Pathologisierung oder moralische Ächtung.
Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der Psychiatrie-Erfahrene mit ihren Erfahrungen politisch mitreden dürfen – auch dann, wenn ihre Worte nicht in den Filter der politischen Korrektheit passen. Denn genau da beginnt echte Inklusion.
Das Team der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener RLP

 
📝 Wenn ihr dazu Gedanken habt – persönliche Erlebnisse, Erfahrungen mit „radikaler Wahrheit“ in Krisen oder dem Gefühl, politisch nicht mehr mitreden zu dürfen: Schreibt uns! Beiträge (max. 700 Wörter) nehmen wir gern auf – und honorieren sie im Falle der Veröffentlichung mit 20 €.

Hinweis: Weiterverbreitung nur per Link auf unsere Website. Nutzung, auch auszugsweise, nur mit Zustimmung.

Trenner grau
Ich bin einverstanden, dass meine Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden dürfen.
2 Email in der Mitte die Email Adresse
Telefon: 06132 - 579 77 66
Wir bedanken uns für die Förderung unserer Internetpräsenz bei:
Gemeinsam für seelische Gesundheit:
ADRESSE:
Selbsthilfe PE RLP
Rheinstrasse 59
55218 Ingelheim
(Keine Besucheradresse)
Gemeinsam für seelische Gesundheit:
Mehr Informationen ?
ADRESSE:
Selbsthilfe PE RLP
Rheinstrasse 59
55218 Ingelheim
(Keine Besucheradresse)
👉 Selbsthilfe fördern...  
Email Adresse info@exin-rlp.de
Logo der Kassenförderung
Wir bedanken uns für die Förderung unserer Internetpräsenz bei:
ADRESSE:
Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener RLP
Rheinstrasse 59
55218 Ingelheim
(Keine Besucheradresse)
SPRECHZEITEN:
MO. - DO.: 10  - 12 Uhr
Fr.: Nur nach Vereinbarung
​​Sa. - So.: keine
Trenner
Telefon: +49 6132 579 77 66
© 2026 SHPE Rheinland-Pfalz
👉 Selbsthilfe fördern...
👉 Selbsthilfe fördern...     
👉 Selbsthilfe fördern...     
Kontakt - Formular
Wir bedanken uns für die Förderung:
© 2026 SHPE Rheinland-Pfalz | Impressum | Datenschutz | Barrierefreiheit | Sitemap | Kontakt
Zurück zum Seiteninhalt