BROSCHÜREN
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Tipps und Tricks um Ver-rücktheiten zu steuern
Ver-rücktheiten sind sehr unterschiedlich, aber sie müssen keine Krankheit sein oder werden:
Ver-rücktheiten können uns helfen mehr über uns selber zu erfahren, neue Sichtweisen kennen zu lernen und können Phantasie und Kreativität freisetzen. Ver-rücktheiten können aber auch Leiden verursachen, unsere Beziehungen und die sozialen Lebensgrundlagen zerstören, dazu führen in der Psychiatrie zu landen und schlimmstenfalls den Tod verursachen.
Die übliche Frage in der psychiatrischen Behandlung ist: Wie bekämpft man Ver-rücktheiten am besten? Die übliche Antwort ist dann: mit Psychopharmaka und ergänzenden sozialpsychiatrischen Maßnahmen.
Wir möchten dieser Auffassung die These entgegensetzen: Ver-rücktheit ist eine Begabung, allerdings eine Begabung mit der man lernen muss umzugehen. Krieg gegen das Ver-rücktsein zu eröffnen ist dagegen, als eröffne man das Feuer gegen sich selber.
Mit dieser Broschüre wollen wir den Versuch starten das Wissen und die Erfahrung von Psychiatrie- Erfahrenen (PE), wie Ver-rücktheiten zu steuern sind, zu sammeln.
Die Broschüre gibt es außerdem in folgenden Sprachen:
„MKT & Mehr“
Metakognitives Training und mehr) ...eine kostenlose Selbsthilfe-App
Sich um die eigene psychische Befindlichkeit zu kümmern ist ein bisschen wie Zähneputzen: man sollte es täglich tun, sonst bringt es wenig. Die App versucht Sie daher dabei zu unterstützen, die Selbsthilfe-Übungen möglichst regelmäßig durchzuführen, damit sie in Fleisch und Blut übergehen und die Befindlichkeit ändern. Das Lesen und Verstehen vermittelt bestenfalls Aha-Effekte, führt aber meistens nicht zu nachhaltigen Veränderungen. Sie können am besten von der App profitieren, wenn Sie aktiv damit arbeiten und kontinuierlich üben! Eine wissenschaftliche Studie an 90 Teilnehmern mit psychischen Problemen konnte zeigen, dass eine Pilotversion der App positiv bewertet wurde (89 % bewerteten die Qualität der App als exzellent oder gut). Bei Teilnehmern, die die App regelmäßig nutzten, verringerte sich die Depressivität signifikant im Verlauf. Im Vergleich zu einer Wartekontrollgruppe erreichte der Unterschied statistisches Trend-Niveau (Lüdtke, Pult, Schröder, Moritz & Bücker, 2018). Es kann vorkommen, dass sich die Übungen manchmal wiederholen, selbst wenn Sie viele eigene ergänzen. Das ist so gewollt, denn nur durch regelmäßige Wiederholung gelingt es, Schwierigkeiten dauerhaft zu überwinden. Eine ausführliche Anleitung finden Sie hier:
Selbsthilfe-Smartphone-App COGITO
ist eine kostenlose Selbsthilfe-App, die sich an Personen mit oder ohne psychische Probleme richtet (Betroffene, Behandler, Studierende & Angehörige). Je nach Problembereich können Sie unterschiedliche Programmpakete auswählen. Ein Programmpaket wurde z.B. speziell für Glücksspielprobleme entworfen. Dieses Programmpaket soll in Kombination mit dem kostenlosen Selbsthilfe-Programm „Neustart“ angewendet werden. Ein anderes Programmpaket ist für Menschen mit psychotischen Erfahrungen gedacht. Dieses Paket der App soll möglichst begleitend zum sogenannten Metakognitiven Training (MKT) durchgeführt werden, siehe hier.
➡️Unser Fazit:
Die Selbsthilfe-App Cogito wurde in Studien getestet und die meisten fanden sie hilfreich. Regelmäßige Nutzung verbesserte das Wohlbefinden. Auch bei Studenten wirkte sie positiv auf Selbstwert und depressive Symptome. Die App wird weiterentwickelt und in neuen Studien untersucht.
Wichtiger Hinweis: Die Selbsthilfe-App kann keine Psychotherapie ersetzen und versteht sich als reiner Selbsthilfe-Ansatz. Die App stellt keine angemessene Behandlung für akute Lebenskrisen und Suizidalität dar. Im Falle einer akuten Krise wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800 111 0 111, an die deutsche Depressionshilfe oder wählen Sie 112.
ELEKTROSCHOCK-BROSCHÜRE VON PETER LEHMANN
Vortrag „Zur Wiederkehr des Elektroschocks“ jetzt als Broschüre-PDF im Netz
Seit 15. April 2020 liegt eine neue Broschüre als pdf-Download vor, verfasst von Peter Lehmann (Berlin, Sozialwissenschaftler, Verleger und früheres BPE e.V.-Vorstandsmitglied), herausgegeben von Selbsthilfe SeelenWorte RLP. Es handelt sich um das (erweiterte) Skript seines Vortrags „Zur Wiederkehr des Elektroschocks. Therapie oder Schädigung?“.
Lehmann hat sich fundiert mit dem Boom psychiatrischer Elektroschocks in Deutschland befasst und berichtet mit kritischem Blick über Wirkungsweise, Risiken, Schäden und Alternativen.
Gleichzeitig weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um eine kritische Einzelperspektive beziehungsweise Meinungsdarstellung zum Thema Elektrokonvulsionstherapie (EKT) handelt. Die wissenschaftliche Forschung hat sich seitdem weiterentwickelt. Mittlerweile liegen zahlreiche unabhängige und gut fundierte Studien vor, die die Wirksamkeit der EKT insbesondere bei schweren Depressionen, therapieresistenten Erkrankungen oder akuter Suizidalität belegen. Auch das Risiko-Nutzen-Verhältnis wird heute in vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen als vertretbar beschrieben, sofern die Behandlung fachgerecht durchgeführt wird.
Darüber hinaus berichten inzwischen viele Betroffene selbst davon, dass ihnen die EKT in schweren Lebensphasen geholfen hat, Leiden reduziert und neue Stabilität sowie Lebensperspektiven ermöglicht hat. Die Diskussion über EKT sollte daher differenziert geführt werden und sowohl kritische Stimmen als auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und positive Erfahrungsperspektiven von Betroffenen berücksichtigen.
Peter Lehmann: „Zur Wiederkehr des Elektroschocks – Therapie oder Schädigung?“. 36 Seiten. Hrsg. von Selbsthilfe SeelenWorte RLP. Berlin/Saarburg, April 2020.
Die Selbsthilfe empfiehlt dies als Lektüre zur Bildung eines verantwortungsvollen Gesundheitsbewusstseins in der Betrachtung und Bewertung der so genannten EKT-Behandlung.















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